Kraken-Justiziar plädiert für mehr Dialog zwischen Behörden und Kryptobranche

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Nachdem mehrere große amerikanische Kryptobörsen in den vergangenen Wochen heftigen Gegenwind von den Behörden zu spüren bekommen haben, fordert der Chefjustiziar der Kryptobörse Kraken nun mehr Pragmatismus von beiden Seiten.

Wie Kraken-CLO Marco Santori am Donnerstag im Gespräch mit Bloomberg zunächst feststellte, wäre es „ein Wunschtraum, zu glauben, dass die Kryptobranche zukünftig nicht denselben strengen Regulierungsvorschriften ausgesetzt ist wie die Wall Street.“

Damit nahm Santori Bezug auf die jüngsten Maßnahmen der SEC, die amerikanische Börsenaufsicht hatte Anfang des Monats mit einer Klage gegen die große Kryptobörse Coinbase gedroht. Hintergrund ist, dass die Behörde ein Krypto-Investitionsprodukt der Plattform als Wertpapierverkauf einstuft. Geschäftsführer Brian Armstrong äußerte sich daraufhin in den sozialen Medien unzufrieden und gar konfrontativ, obwohl die Börse inzwischen eingelenkt und das betreffende Produkt eingestellt hat.

Auch Santori verfolgte die Debatte und unterstützt seinen Kollegen: „Ich habe die Tweets von Brian gelesen, und finde, dass die Krypto-Community ehrlich zugeben muss, dass sie es zumindest ein Bisschen so sieht wie er.“

Allerdings räumt er ein, dass bei Kraken hingegen ein pragmatischer Kurs im Umgang mit den Behörden gefahren wird:

„Eigentlich kann ich diese Art von Umgang mit den Aufsichtsbehörden nicht gutheißen, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieser Ansatz wenig erfolgreich ist und die SEC grundsätzlich gesprächsbereit ist.“

Die amerikanischen Finanzaufsichtsbehörden, besonders die SEC unter der Ägide von Gary Gensler, wollen in diesem Jahr eine Reihe von Regulierungsvorschriften einführen, die Kryptowährungen, Token-Verkäufe (IEOs), Dezentralisierte Finanzdienstleistungen (DeFi), Stablecoins, Krypto-ETFs und Krypto-Zinsprodukte stärker regeln sollen. Obwohl Genlser sich dabei kompromisslos gibt, hat er die Branche wiederholt zum Dialog mit seiner Behörde aufgefordert. Obwohl die Gesetzeslage um den Kryptomarkt also noch längst nicht abschließend geklärt ist, reagiert dieser sehr empfindlich auf Ankündigungen und öffentliche Mitteilungen, die von Zeit zu Zeit von den Behörden abgegeben werden.

 


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